Gyro SE von Michell Engineering


Als Ingenieur gilt mir Schönheit was funktionell ist und kommerziell tragbar.
Das Design muss ehrlich im Prinzip sein, damit es klar und wahr die Aufgabe erfüllt.




Für mich ist der Gyro SE von Michell Engineering aus England die klare Lösung von Funktion, Design, Sound und Preis.
Mit dieser Ansicht bin ich nicht alleine, Steve Jobs hatte auch ein Gyrodeck. Das zeigt die Bildersuche bei Google:
Pasted Graphic 1
Seit 20 Jahren habe ich zwei dieser Plattenspieler, der erste ein Gyro Dec Second Hand und er funktioniert immer noch bestens.
Die konstruktiven Vorteile dieses wunderschönen Plattenspieler:

a. die Entkoppelung ist durch ein federnd aufgehängtes Chassis realisiert. Die meisten Plattenspielerchassis stehen auf den Federn. Die Aufhängung ist die ruhigere Variante - sie beruhigt sich bei horizontaler Anregung schneller.
b. Der Motor ist komplett vom Chassis entkoppelt und lediglich durch den Gummiriemen gekoppelt.
c. In der stehenden, auf einer Kugel rotierenden Spindel ist eine archimedische Schnecke realisiert, welche mit jeder Drehung das Lageröl nach oben pumpt. Somit ist das Lager immer in einem gleichmässigen Ölfilm. Das ist ein einzigartiges Lager und eine tolle Ingenieursleistung.
d. Der Plattenteller ist aus einer Acryl-Vinyl Mischung. Er hat dieselbe Dichte wie die Vinylplatte. Dadurch werden die durch die Nadel erzeugten Vibrationen ideal im Teller absorbiert. Bei allen anderen Materialien kommt es sonst zu Reflektionen der Vibrationen, welche durch die Schallplatte zurück ins Pickup geschickt werden.
e. Die hängenden Gewichte verlagern den Schwerpunkt des Tellers unter das Lager und erhöhen so die statische Stabilität.
Hat der Gyro SE auch Nachteile? Das Montieren des zerlegt gelieferten Plattenspieler bedarf Geduld und einem Assistenten. Der Motor könnte ruhiger sein - spätestens wenn die Musik spielt ist das kein Thema mehr.

Der Gyro SE mit dem originalen TechnoArm A kostet 3'390 CHF. Eine Lieferzeit von vier Wochen muss in Kauf genommen werden.
Ein vernünftiger Tonabnehmer kostet ab 400 CHF und 1'000 CHF. Ich habe mich für ein high output Moving Coil entschieden, das heisst es lässt sich mit seiner hohen Ausgangsspannung an ein Moving Magnet (MM) Phonoamp anschliessen obschon es vom Prinzip ein Moving Coil (MC) ist. Der Auslöser für den Entscheid ist mein Verstärker welcher einen eingbauten MM Phonoamp hat.
Mein Sumico Blue Point Special EVO III Hi hat einen weiten Frequenzbereich von 12 Hz - 40 kHz. Lediglich durch seine hohe Bauform, mussten die Armbasis mit Unterlagsscheiben erhöht werden. Denon Tonabnehmer haben mir auch immer Freude gemacht und auf meiner Wunschliste ist ein Benz Glider.

Dem Gyro SE beim Drehen zuzuschauen hat eine enorm beruhigende Wirkung auf mich - so ähnlich wie in ein Lagerfeuer zu starren.